Rekord-Grippesaison beschäftigt die USA: Fälle, Todesfälle und was Sie wissen müssen

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Die Vereinigten Staaten erleben die schlimmste Grippesaison seit drei Jahrzehnten, die Krankheitsraten sind auf ein Niveau gestiegen, wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Daten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen, dass grippeähnliche Erkrankungen einen kritischen Höchststand erreicht haben, was zu dringenden Warnungen seitens der Gesundheitsbehörden führt. Dieser Anstieg wird durch einen neu mutierten Stamm der Influenza A (H3N2) namens Subklasse K verursacht, der sich als hoch ansteckend erweist.

Beispielloser Anstieg der Grippefälle

In der Woche bis zum 27. Dezember wurden landesweit 8,2 % der ambulanten Besuche auf grippeähnliche Symptome zurückgeführt – Fieber, Gliederschmerzen, Halsschmerzen und extreme Müdigkeit. Dies übertrifft frühere Spitzenwerte während der Schweinegrippepandemie 2009 und der letztjährigen Saison. Der Anteil positiver Grippetests ist in nur einer Woche um 33 % gestiegen, wobei bisher über 11 Millionen Fälle registriert wurden.

Die meisten Bundesstaaten (45 plus D.C.) verzeichnen derzeit eine hohe bis sehr hohe Grippeaktivität, sodass nur noch Montana, South Dakota, Vermont und West Virginia niedrigere Übertragungsraten aufweisen. Dieser weit verbreitete Ausbruch stellt eine erhebliche Belastung für die Gesundheitssysteme dar und gibt bei medizinischen Experten Anlass zur Sorge.

Schwere Krankheiten und Todesfälle

Die Grippe hat in dieser Saison bereits zu 120.000 Krankenhauseinweisungen und 5.000 Todesfällen geführt. Während sich die meisten Menschen durch Ruhe und Flüssigkeit erholen, kann das Virus tödlich sein, insbesondere für ältere Menschen (über 65), Menschen mit einer zugrunde liegenden Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Neun Kinder sind in dieser Saison an Grippe gestorben, und die Zahl der pädiatrischen Todesfälle belief sich im Zeitraum 2024–25 auf insgesamt 289 – mehr als in jeder anderen Saison seit Beginn der Erfassung durch die CDC im Jahr 2004.

Experten warnen davor, dass selbst scheinbar gesunde Menschen aufgrund einer schnellen Lungenschädigung oder sekundärer bakterieller Infektionen wie einer Lungenentzündung schwer erkranken können. Verzögerungen bei der Suche nach medizinischer Versorgung oder einer antiviralen Behandlung können die Ergebnisse verschlechtern.

Die Rolle einer neuen Virusmutation

Der aktuelle Anstieg wird durch eine Mutation im Influenza-A-Virus (H3N2), Subklasse K, angeheizt, die es ihm ermöglicht, bestehende Immunabwehrmaßnahmen effektiver zu umgehen. Obwohl einige dies als „Supergrippe“ bezeichnen, betonen Experten, dass sie offenbar keine schwereren Erkrankungen verursacht. Stattdessen infiziert das Virus einfach mehr Menschen, was zu einem proportionalen Anstieg schwerer Fälle führt.

Impfstoffwirksamkeit und Impfraten

Der diesjährige Grippeimpfstoff gilt als unpassend, da die Hersteller ihn entwickelt haben, bevor Subklasse K vorherrschend wurde. Dennoch bietet die Impfung insbesondere für Geimpfte einen erheblichen Schutz vor schweren Erkrankungen.

„Die meisten Todesfälle und Krankenhauseinweisungen wegen Grippe ereignen sich bei ungeimpften Menschen“, sagt Dr. Andrew Pekosz, Virologe an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.

Nur etwa 43 % der Kinder und Erwachsenen haben die diesjährige Grippeimpfung erhalten, was zu höheren Fallzahlen als üblich führt. Niedrige Impfraten beeinträchtigen die Herdenimmunität und setzen gefährdete Bevölkerungsgruppen einem höheren Risiko aus.

Ist es zu spät für eine Impfung?

Nein. Experten raten, dass es noch nicht zu spät sei, sich impfen zu lassen, da die Grippesaison typischerweise bis ins Frühjahr reicht. Es wird jedoch empfohlen, die Spritze lieber früher als später zu verabreichen, da es etwa zwei Wochen dauert, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet.

Zusätzlich zur Impfung können öffentliche Gesundheitsmaßnahmen wie häufiges Händewaschen, das Vermeiden von Gesichtsberührungen, das Bleiben zu Hause bei Krankheit und das Tragen gut sitzender N95-Masken in geschlossenen Räumen dazu beitragen, die Übertragung zu reduzieren. Antivirale Medikamente können ebenfalls zur Linderung schwerer Erkrankungen beitragen, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptome eingenommen werden.

Die aktuelle Grippesaison ist eine deutliche Erinnerung an die Bedeutung von Impfungen und vorbeugenden Maßnahmen. Trotz eines nicht passenden Impfstoffs bleibt es die beste Verteidigung gegen schwere Krankheiten und Tod. Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens fordern die Amerikaner auf, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen, um sich selbst und gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.